Das räumliche Vorstellungsvermögen trainieren
Autor : Mathoman, Freitag 26 Juni 2009 14:31 Uhr - Mathe für alle - Tags
Wenn man bei jemandem sein gutes räumliches Vorstellungsvermögen bewundert, dann häufig deshalb weil er fähig ist, anhand von zweidimensionalen Informationen (beispielsweise auf einem Blatt Papier oder Computerbildschirm gegeben) die Lage eines Objekts im dreidimensionalen Raum wiederzugeben.
Was für manche einfach ist, fällt anderen schwer. Nicht jeder kommt mit einer guten räumlichen Vorstellungskraft uaf die Welt, aber mit etwas Übung kann mann sich darin steigern; und für manche Berufe ist sie sogar unentbehrlich, so für 3D-Graphiker und Architekten.

Jedesmal wenn man vom 3-dimensionalen Raum ein 2-dimensionales Abbild erstellt, verliert man etwas Information. Und dieser Verlust an Information verursacht dann Doppeldeutigkeiten. So lässt beispielsweise der oben links abgebildete durchsichtige Würfel zwei Interpretationen zu, die ich daneben mithilfe von zwei undurchsichtigen Würfeln dargestellt habe.
Um die zweite der beiden Sichtweisen noch klarer erscheinen zu lassen, habe ich sie unten nochmals gezeichnet mit zwei Männchen; das eine steht auf dem Würfel und das andere trägt ihn.

Oft verwendet man auch punktierte Linien, um verdeckte Kanten anzudeuten:

Hier ein anderes Beispiel. Es basiert auf dem gleichen Problem des Informationsverlustes, ist aber etwas schwieriger.

Man kann die Silhouette der Tänzerin auf zweierlei Weisen verstehen:
- Das Mädchen ist uns mit dem Rücken zugewandt. Dann ist ihr Kopf leicht nach rechts geneigt, und ihr rechtes Bein ist angehoben.
- Das Mädchen zeigt uns ihr Gesicht. Dann ist ihr Kopf leicht nach links geneigt, und ihr linkes Bein ist angehoben.
Versuchen Sie jetzt mal, zwischen beiden Sichtweisen hin und her zu wechseln. Das ist schon schwieriger als mit den Würfeln! Und es wird noch schwerer, wenn sich die Tänzerin dreht.
- Entweder sie dreht sich auf ihrem linken Standbein; ein über ihr fliegender Vogel würde sie dann im Uhrzeigersinn drehen sehen.
- Oder aber sie dreht sich auf ihrem rechten Standbein; ein über ihr fliegender Vogel würde sie dann gegen den Uhrzeigersinn drehen sehen.

Was mich betrifft, so sehe ich mühelos die erste der beiden Möglichkeiten. Manchmal schaffe ich es, den zweiten Blickwinkel anzunehmen; aber ich muss mich dafür anstrengen und bleibe dann drauf hängen, d.h. ich kann nicht mehr auf die andere Sichtweise zurückkommen.
Es ist auch aufschlussreich ein Detail in diese Betrachtungen hineinzubeziehen: den Schatten, den das gehobene Bein wirft. Da es sich um eine Silhouette handelt, kann man folgern, dass sich die Lichtquelle hinter der Tänzerin befindet (Gegenlichteffekt). Daraus folgt, dass in dem Moment, in dem der Schatten des gehobenen Fußes am unteren Bildrand erscheint, dieser Fuß weiter weg vom Betrachter ist als in der Zeitspanne, wo dieser Fußschatten nicht zu sehen ist. Die einzige richtige Sichtweise ist also die zweite!

eine offene Überdeckung der punktierten Scheibe D*= D\{0}. Auf jeder der offenen Mengen
sei
eine schlichte (d.h., holomorphe und injektive) Fonktion gegeben, so dass
auf jedem Durchschnitt
gilt. Dann definieren diese Differenziale eine meromorphe 1-Form auf D.
mit einer wesentlichen Singularität in
. Spart das Bild von f einen Wert aus (Picard spricht von "höchstens einer Ausnahme")? Ja, denn es ist
für alle
, also muss dieser Ausnahmewert Null sein; dem Satz von Picard zufolge gibt es dann für jeden komplexen Wert
und für jedes
unendlich viele komplexe Zahlen
mit
und
.
ein komplexer Wert ungleich Null und sei
Es existieren zwei reelle Zahlen
und
, so dass
setzen wir
und
Somit hat man 

hinreichend groß: wählt, sieht man, dass
besitzt.





hat.